Ob es besser ist, sich eine Wohnung zu kaufen, anstatt in Miete zu wohnen, ist nicht nur eine Frage des Geldes, sondern hängt von den eigenen persönlichen Lebensumständen ab.

Die Miete in die eigene Tasche zu zahlen, sprich einen Kredit für ein eigenes Heim dafür abzubezahlen, ist die Überlegung vieler Menschen. Während man die Miete ein ganzes Leben zu bezahlen hat, sind Kredite irgendwann getilgt. Die Preise für Eigentumswohnungen sind in Österreich seit 2010 durchschnittlich um fast 40 Prozent gestiegen. Wer sich also vor 2010 eine Wohnung oder ein Haus gekauft hat, darf sich über eine kräftige  Wertsteigerung seines Eigenheims freuen. Die Mieten sind in diesem Zeitraum ungefähr halb so stark angestiegen. Mieten sind jedoch ganz unterschiedlich hoch. Je länger ein Mietverhältnis besteht, desto günstiger ist normalerweise der Mietzins. Menschen, die 30 Jahre oder länger in einer Mietwohnung leben, freuen sich über einen günstigen Quadratmeterpreis. Günstige Langzeitmieten können pro Quadratmeter bei knapp über 3 Euro liegen, dank des strengen Mieterschutzgesetzes. Wer also in Langzeitmiete günstig am Wunschort wohnt, muss sich nicht dringend nach einer Eigentumswohnung umsehen.

Vor- und Nachteile für Eigentumswohnungen

Momentan geht in Österreich der Trend eher in Richtung Miete. Das hängt einerseits mit den stark gestiegenen Kaufpreisen zusammen und andererseits trägt die gesamtgesellschaftliche Entwicklung dazu bei. Das Berufsleben ist von Flexibilität geprägt, es gibt immer mehr Singles und die Scheidungsrate ist hoch. Bei vielen Menschen sind ihre finanziellen Verhältnisse Schwankungen unterlegen. Für jemanden, der den eigenen Lebensmittelpunkt gefunden hat, und in einer hochpreisigen Mietwohnung wohnt, lohnt es sich einen Wohnungskauf in Betracht zu ziehen. Käufer von Eigentumswohnungen haben neben demKaufpreis einer Wohnung mit einigen Kosten zu rechnen. Zum Kaufpreis einer Wohnung kommen über 10 Prozent Kaufnebenkosten dazu. Zu diesen Nebenkosten zählt die Grunderwerbsteuer, die 3,5 Prozent vom Kaufpreis ausmacht. Bei Verkäufen innerhalb der Familie (Eltern, Kinder, Enkelkinder) sinkt die Grunderwerbsteuer auf zwei Prozent. Die neuen Eigentümer einer Wohnung tragen sich ins Grundbuch ein. Dieser Eintrag kostet 1,1 Prozent vom Kaufpreis.

Falls Sie Ihre Wohnung durch ein Hypothek belasten, kommen 1,2 Prozent vom Wert des Pfandrechts als Gebühren für die Eintragung dazu. Wenn Sie Ihre Wohnung nicht direkt vom Bauträger oder privaten Anbieter kaufen, kommt eine Maklergebühr von um die drei Prozent des Richtwerts plus Mehrwertsteuer dazu. Der Richtwert wird pro Quadratmeter angegeben und hängt vom Zustand und der Lage des Wohnobjekts ab. Den Kaufpreis verteuern außerdem die Notars- oder Rechtsanwaltskosten, die ungefähr ein bis drei Prozent des Kaufpreis ausmachen und die Kosten für die Beglaubigung der Unterschriften. Je nachdem, welche Ansprüche Sie an die Einrichtung Ihrer neuen Wohnung haben, kommen 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises für die Möbel dazu. Die Nachteile einer Eigentumswohnung sind neben den hohen Kaufnebenkosten, dass Sie mit einer Eigentumswohnung weniger flexibel sind,wenn sich Ihre persönlichen Lebensumstände ändern wie zum Beispiel ein Jobwechsel in eine andere Stadt, oder wenn Sie Familienzuwachs bekommen. Wenn Sie Ihre Wohnung nach einigen Jahren zu einem ähnlichen Preis weiterverkaufen, bleiben Sie auf den Kaufnebenkosten „sitzen“. In Ihrer eigenen Wohnung tragen Sie selbst die Kosten für Reparaturen und die Instandhaltung. Die Vorteile für Eigentümer sind, dass sie von Mietsteigerungen unabhängig sind, die Finanzierungskosten berechenbar sind und die Kostenbelastung unter Umständen niedriger ist als in einer Mietwohnung. Eigentümer haben in ihrer Immobilie Gestaltungsfreiheit. Eine eigene Immobilie ist eine materielle Sicherheit fürs Alter und eine sichere Geldanlage. Außerdem hinterlassen Sie Ihren Nachkommen eine Wertanlage.

Vor- und Nachteile beim Mieten

Mieter haben den Vorteil, sich flexibel an neue Lebenssituationen anzupassen. Der Mieter ist nicht für die Erhaltung des Mietobjekts zuständig. Sanierungsmaßnahmen und Kosten für die Instandhaltung bezahlt der Vermieter. Nachteile gibt es auch als Mieter. Einer ist, dass man sich als Mieter an die Hausordnung, die vom Vermieter vorgegeben ist, halten muss. Wenn der befristete Mietvertrag nicht verlängert wird, müssen Mieter nach wenigen Jahren wieder ausziehen. Mieter müssen mit steigenden Mietpreisen rechnen und können nicht frei über die Immobilie verfügen. Mieter dürfen die Immobilie nicht ohne Erlaubnis des Vermieters wesentlich verändern und müssen je nach Mietvertragsvereinbarung den Vermieter um Erlaubnis fragen, bevor Sie sich ein Tier zulegen. Es ist jedoch erlaubt, Aquarien zu haben und Kleintiere wie Hamster und Meerschweinchen zu halten, vorausgesetzt sie werden artgerecht und im passenden Käfig gehalten. Wenn das Gesamteinkommens eines Haushalts unter einer festgelegten Höchstgrenze liegt, können Mieter Beihilfen und Förderungen fürihre Mietwohnung beantragen. Die Familiengröße und das Alter spielen bei der Vergabe von Förderungen eine Rolle. Außerdem muss ein sogenanntes dringendes Wohnbedürfnis bestehen, damit Menschen diese Zuschüsse in Anspruch nehmen können. Antragsformulare gibt es dafür in der Wohnsitzgemeinde.